Frauenfeld Open Air war bisschen geil, trotz der 37,5 Grad im Schatten.
Nach Backstage-Schicki-Micki und all dem Kaas sind wir wieder richtige Camper und real.
Florian ist halber/wird ganzer Veganer.
Irgendwann leb ich mal in Zürich, fester Plan!
Wir spielen jetzt Trinkspiele namens “Bösi” und sprechen fließend Schwiizerdütsch. Eminem hat mit Auszeichnung bestanden, Jay-Z war Klassenbester.
Menschen, die Zelte aufschlitzen, gehören gehängt.
Auch mit Lupe sieht man nicht mehr von der Bühne.
Schröder heißt jetzt “Schrödili”. Svens Kreation!
Alles ist niedlich.
Schweizer haben ein Schönheitsgen im Trinkwasser. Was da los?
Wir haben Euro, die haben Franken. Wir haben Cent, die haben RAPPEN.
Der bekanntest Schweizer Rapper “Stress” ist bekannt bei allen Leuten, da er mit der Miss Schweiz zusammen ist. Glückwunsch!
In der Thur baden ist der Shit.
Schlafen kann man überall: Nur nicht im Zelt.
So geht Lokalpatriotismus: Harris fliegt mir Air Berlin.
Das Flugzeug wackelt, alle schreien, unser Kapitän ist am Mic: “Joa, kein Ding, wir passieren nur fix ein Wölkchen, keine Panik.” Soulig!
Es passt sehr viel Alkohol in den menschlichen Körper. Beweis:
Schweizer stehen auf Schnupftabak.
Die frauenfeldliche Alterdurschnitt lag unter der amerikanischen Volljährigkeitsgrenze.
Fazit daraus: HipHop lebt und ist entwickelt sich noch! Das ist was Gutes!
Knapp 1 1/2 Wochen, bevor unser Album “Nordlicht” (aus unserer Perspektive endlich) erscheint, bekomm ich hier und da ne Mail. Wir bekamen, wie ein paar Leute schon auf unserer Homepage gesehen haben, von Stimmen aus Funk und Musikgeschäft bisher einiges an Feedback, aber auch aus unsererem näheren Freundes- und Bekanntenkreis kamen Kommentare und Stellungsnahmen zum Video von “Sport ist ihr Hobby”. Habs noch nich mal gepostet, wa? Mach ich jetzt.
Über viele Mails freut man sich wirklich und manche haun einen echt weg. Ichmöchte hiermit eine Mail posten, die mir das kleine Reimemonster Philipp aus Potsdam auf meine Bitte geschickt hat. Es verschlug mir den Atem.
“so f…
hier eine wenig subjektives ejakulat aus meinem hirn zum album…
ich habe dir ja damals im auto meine grundstimmung vermittelt….ich bin fest davon überzeugt, dass das chartpotenzial hat…ich stell mir immer vor,wie ich durchzappe und euch bei viva und mtv sehe…und das is immer was gutes…also im allgemeinen sehr gut…
weiterhin finde ich – vllt auch grade,weil ich es selbst noch bei mir vermisse – dass jeder track sehr lyrisch ist…keine oberflächlichen phrase, wenig zweckreime o.ä….ihr malt textlich viele schöne bilder und das mag ich…zwei daumen hoch dafür…erst recht dafür, dass jeder track ein eigenes ziel verfolgt und thematisch aus der masse hervorsticht…es is immer was neues und zieht einen mit bzw lässt es authentisch rüberkomm,sodass man – was ja wichtig is – sich komplett in den track einfühlen kann….
ich mag die beats größtenteils sehr gern…sie sind anders,ausgefeilt, natürlich gut produziert und individuell…ich liebe den wechsel aus part,hook,bridge,instrumental…es is nicht typisch deutsch nach bestimmtn vorgaben aufgeteilt, sondern immer nach stimmung und gefühl…beste!…
außerdem mag ich deinen sinn für melodie…man hört keine wiederkehrenden sachen oder bestimmte sachn, die du stimmlich immer wieder rausblitzn lässt…abwechslung is immer gut…
ich bin durchweg von der musik überzeugt…einige leider kann ich mir auch gut live vorstelln…also n rundes ding…runder als es ein zirkel zu ziehen vermag
es gibt jedoch immer kleine sachn, die nicht allzu positiv auf mich wirken (ich benutze absichtlich nicht das wort “negativ”,denn das wäre nicht so gemeint): im allgemeinen find ich (natürlich als RAPPER) die rapparts technisch nicht sehr ausgereift…es geht abei um doppelreime, satzstruktur und natürliche intonation der stimme…aber das is auch so n eigending von mir…is mir nur ausgefalln,was aber der stimmung der tracks keinen abbruch tut, da es keine rap-platte is…wie gesagt: eigenart von mir!
den track “lass mal was riskieren” finde ich am schwächsten…hab da keine bestimmte sachen,woran ich das fest mache…das thema find ich killa…aber er kommt mir zu monoton und langweilig rüber…
cool aber find ich, dass man spürt, dass ein konzept hinter dem album war…jeder track steht für sic,aber keiner fällt raus…das is ne kunst wie ich finde…
ansonstn wäre es das so an sich glaub ich…außer vllt,dass ich bei 2 oder 3 tonlagen dachte: “oh…aber nich höher!”, aber das is verschwindend gering…
achja…einiges erinnert mich sehr an SPORTFREUNDE STILLER..das is mir gleich beim ersten durchhören eingefalln…dieser funk, humor und ein paar sachen,die ich nich beschreibn kann…muss nicht schlechtes sein…eher was neutrales wie ich finde…immerhin gibts noch genug unterschiede…ich glaube ,grade “sport is ihr hobby” suggeriert mir dieses gefühl…naja…
also sehr schönes ding,was ihr gebastelt habt..perfekte länger vor allem…alles sehr menschlich, poetisch und man hört das herz aus den texten…aber so bin ichs ja auch von euch gewohnt…
macht unbedingt weiter so…wenn ihr in 2 jahren im tv seid,wundert mich das nich…ganz ehrlich…”
Eine Riesenfreude, wenn Menschen sich so mit etwas auseinandersetzen, da geht einem das HipHop-Herz auf. Danke nochmal dafür und bis zum nächsten mal, my lovely mister singing club!
der Titel dieses Eintrags ist der Geilste (weil beschissenste) der mir je eingefallen ist. Das Beste daran ist, es gibt noch nicht mal nen Grund. Ich hab nur grad ne halbe Stunde Zeit, da dachte ich, ich tu mal so, als würde sich jemand hierfür interessieren und halte diese imaginäre Luftgestalt auf dem Laufband. So ein catchy Artikel-Titel (Vorsicht, Okkasionalismus: Artitel!HAR) befreit doch spontan mal von Kummer und Leid. Genau, super Argument!
Momentan finde ich kein anderes Gesprächsthema als die Musik. Warum, hab ich glaub ich schon gesagt. Egal, nochmal zur Erinnerung: Aufgeregtheit, Runderneuerung, Neustart, Sommerurlaub, endlose Partynächte, viele neue Menschen und Orte kennenlernen und stundenlange Sinniererei um irgendwelchen pseudophilosophischen und emotionalen Hick-Hack-Geschichten. Ich liebe das und all dies steht fest auf meiner Agenda, wenn ich an unser Nordlicht-Album im Juni denke. Am Schönsten ist es zu sehen, dass ein bis zwei Leute schon gespannt drauf sind und uns seit SD-Zeiten die Stange halten (hier gehört jetzt nach neudeutscher Schreibkultur ein sogenanntes “no homo” hin, damit man auf subtile Art und Weise zeigt, dass man ziemlich cool und vor allen Dingen NICHT SCHWUL ist). No homo!
Unser Album ist nun also endgültig aus dem Master entlassen, die Videos im Schnitt, die Haare fliegen im Wind und wir halten die Spannung kaum aus. Proben beginnen, Auftritte, sowie die Releaseparty, werden organisiert, der ganze geile Scheiß geht wieder laus. Man hat das Gefühl, dass alle, in welcher Form auch immer, aktiven Beteiligten wieder zu einer Einheit zusammenschweißen und Lust haben, gemeinsam was aus dem Boden zu stampfen und abzugehen. Das ist einerseits der motivierenden Leistung der Temnperaturänderung und der Sonnenstrahldauer geschuldet. Am Ende aber auch dem Fakt, dass es das allergeilste an dieser gunsen Sache ist, dass die Mucke uns alle weiter verbindet. Freunde reisen zusammen, rocken, saufen, feiern, haben eine unvergessliche Zeit und schwenken den Chantré im Kerzenschein. Nur ohne Kerzenschein, weil ihr wisst ja, no homo und so! Zurück zur ernsten Seite des Lebens: Sich dem jetzt schon bewusst zu sein, macht das Ganze noch viel wertvoller. Zurück zur unernsten Seite des Lebens: Hier ein Beweis für meine vorahnende Prophezeihung auf der Rechten. Zu sehen: Ein gemeines “Tiez” in freier Wildbahn. Er wird mich dafür hassen, dass ich dieses Bild gepostet hab. Schöne Grüße an dieser Stelle!
Da macht es im Grunde keinen Unterschied, wie es nachher laufen wird mit dem Zeug: Es läuft bereits super und wir fühlen uns geborgen wie ein Pitbull auf dem Kindespielplatz. Kein Druck, keine falschen Hoffnungen. Einfach nur Spaß – Leute, dass wird eine Hölle von Sommer, ich schwör euch das! Ach ja, für alle, die sich zufällig hierher verlaufen haben und Bock hätten, sonst noch mit dabei sein zu wollen: Es gibt bereits eine Newsletteranmeldung auf http://www.sun-of-a-gun.de ! Sobald es die ersten Sachen zu hören und zu sehen gibt, bekommt ihr ne Mail. Super, nicht?! Bis inne Bälde!
Die Sun of a Gun haben einige News. Und sind schreibfaul, weil müde wie Sau. Deshalb Protokoll-Styles.
Freitag, 23.04.10, Berlin:
Unglaubliche, traumsequenzhafte Naturfotografien sind entstanden mit den beiden schönsten Musiker-Models der Welt. Und im anderen Teil der Hauptstadt, im Volksparkt, hat Murat Aslan mit uns Fotos geschossen, die auch ganz cool aussehen! Gleich danach ham wir die Kamera-Technik abgeholt und sind, nachdem wir grandios das Hansa-Spiel aufgrund der ekelerregenden Wartezeit beim Verleih verpassten, zu Issue und haben Zusammenfassung geschaut. Danke nochmal an meine Vaterfigut, die phänomenal am Telefon die letzten 5 Spielminuten auf Lautsprecher kommentiert hat. Sieg!
Samstag, 24.04.10, Rerik (Ostsee):
Vormittags gehts los bei geilstem Sonnenschein. Der Young-Timer is ready, der erste Dreh zum zweiten Video steht an. Verwirrung bei Cast & Crew (meine neuer Lieblingsanglizismus). Egal, Kamera an, Song namens “Morgenrot” aufgedreht und Shit gerockt. Unsere Helfer sind ebenfalls cool wie Sau, gerade wenn arrogante “Das 5te Element”-Ansagen kommen, wie: “ASSIS (Kurzform: Assistenten) LICHT!” Danke auch nochmal an die Mädels für die Spontaneität. Sorry nochmal an die freiwillige Feuerwehr für das nicht-berücksichtigen ihrer offenen Tür. Wir sind arrogant. Witzig dabei: Wer nicht dabei war, versteht den Insider nicht. Ihr dürft mich offiziell doof finden. Im Dunkeln kamen wir des Nachts zurück nach Güstrow und sichteten die ersten Shots. “ALTER, die Bilder!!!”, hörte man das Echo in der Kleinstadt nachhallen.Während alle vernünftig und todmüde ins Bett gingen, besuchte ich örtliche Discotheken - Vollprofis wissen wie!
Sonntag, 25.04.10, Güstrow:
Nicht hart genug gefeiert, ich wache noch vor dem Weckerklingeln auf. Sehr gut! Ab zum Speedwaystadion, alles klappt wie ne eins. Die Sonne veranstaltet eine Fiesta de la notsche auf unserer langusten-artig gefärbtn Haut, wir sind gut drauf. Video Nummer zwei zu Song Nummer eins wird gedreht, “Sport ist ihr Hobby” heißt die Musik. Heiß, die Musik.Die Mädels rackern sich ab wie die Sau, wir sind hochgradig zufrieden und bekleiden unsere Rollen wie immer sympathisch asozial. Na ja, wenigstens können wir nicht singen, das entschädigt. Und ich bin nicht witzig, dass beschämt.
Abends gabs noch ein bis zwei Restshots für “Morgenrot” und dann gings zurück nach Berlin, Technik und Jungs ins Bett bringen. Um 1 Uhr Nachts sind wir wieder in Rostock – Cüs Junge, ichkommgarnichmehrklar.
Und dahin ist die Schreibfaulheit. Fazit: Erfolgreiches Wochenende. Riesendank an alle Helfer, Eric, Meiuss (inkl. Vater), Motorsportclub Güstrow, Road-Mädels, Sport-Mädels, alle Mädels der Welt. Und vor allem: Regie-Sven, Orga-Schorsch. Wen ich vergaß, der geißle mich bitte bei nächststehender Gelegenheit. Im Juni kommt das Album und die Videos!
…oder: Das kann man auch noch genuuch machen, wenn man dod is. Jawollingen, haben wir doch alle Bauernweisheiten, wie der Esel die Zuckerrüben, aus dem immernoch vereisten Morast, gefischt. Es gäbe so viele Dinge, die ich erzählen könnte, dass Problem ist nur, dass ich einfach mal keine Lust dazu habe. Ha. Har.
Momentan bin ich sowieso schwer für die Öffentlichkeit zu gebrauchen. Zu behindert stehen mir meine langen Hippie-Haare, meine dreckiger Pennerbart samt Essensresten von der Weihnachtsganz oder meine Augenringe, die manch welkes Fleisch gar für Veilchen hält – Dabei schlage ich mich doch nur mit Arbeit rum. Genau, Aaaabeit, wie man in Bild(ungs)-Deutsch so schön vernimmt. Tom (Elephant) und ich haben endlich die erste große Hürde gepackt, unser “Sun of a Gun” Album ist aufgenommen. Doof für ihn, dass es noch gemischt werden muss, der Junge sieht MINDESTENS genauso scheiße wie ich aus mittlerweile, da wir ja auch beide noch unseren daily hustle haben (no Gangsta). Jedoch sind wir uns im Klaren, dass rumheulen unglaublich uncool und out ist, sodass wir lieber gleich die Fresse halten. Das ist weil (ja, so klingt das Deutsch eines angehenden Germanisten, was im Übrigen nichts mit Turnsport zu tun hat) wir uns nicht melden und nichts schreiben.
Kleines Fazit zum Überblick für euch, was wir Inder letzten Orgawoche in Berlin gezogen haben, um mal zu verdeutlichen, was die Gründe für unseren desolaten Zustand sein könnten: In den letzten 1 1/2 Jahren haben wir Andi über 50 Songs gemacht, wofür wir circa pro Person 150-200 Parts plus Hooks geschrieben haben. Ich wiederhole Pro Person, Freunde. Einige werden lachen, aber ich find das nicht Ohne. Tom hat um die 100 Beats gebaut und noch diverse weitere Skizzen entworfen. Lustig dabei: Wir nennen das nicht mehr “Beatz machen”, wir schimpfen das jetzt “Instrumentale musizieren”. Kein Scherz. Oder doch.
Jedenfalls sind wir im Arsch und unglaublich erleichtert, dass wir das dunkle Kellerverließ bald wieder verlassen und den Haferschleim absetzen dürfen, sodass aus den zwei Sklaven ihrer eigenen Motivation wieder Menschen zweiten Grades gedeihen können. Nicht ganz funktionstüchtig, aber wenigstens etwas sozialisiert, so stell ich mir das vor. Interessant auch, wie groß dieses “Internet” über die Zeit geworden ist; und ich spiel immer noch Pro Evo 5 auf der Playstation 2. Ich Opfer.
Wenn alles glatt läuft, kommt unser Album im Juni. Gemäß dem Gesetz, dass sowie nie alles glatt läuft, kommt es trotzdem im Juni, sonst dreh ich durch, was sogar halbernst gemeint ist. Dabei wünsche ich mir von Herzen, dass ihr den Stuff fühlt, denn wir haben viel gegeben, um diesen nächsten Step, weg von der verkopften HipHopperei, hin zu unserer eigenen musikalischen Gefühlsebene, zu schaffen. Lasst uns alle Hand in Hand über die Straße gehen und uns schlaflos in Seattle auf den Sommer freuen - Wie metaphorisch steht dafür bitteschön der unermüdliche Arschlochwinter. Ab dann wird jeder Sonnenstrahl genossen, Genossen, so lange der Tag andauert. Schlafen können wir schließlich, wenn wir tot sind.
Das war ja klar, irgendwann musste es so kommen: Ich vernachlässige meinen heißgayliebten Blog. Doch wenn man sich damit unter Druck setzt, machts keinen Spaß. Wenns keinen Spaß macht, fickt dich der Druck. Und wer mit Druck fickt, dem fehlt das Gefühl. Ein elementares Gefühl, ein Lebensgefühl? Vielleicht. In jedem Fall eine einfach nachzuvollziehende Kausal-Goldkette, wie ich finde.Nun ist ein Teil der sich aufstauenden Gehirnkotze raus, ihr glaub gar nicht, was da oben Inderbirne manchmal los ist, dass alles ist nur Spritze des Zeitherz.
Ich verspreche, dass, wenn ich aus dem (Vorsicht jetzt, absichtlich-hinterrückse Beleidigung gegen phonologisch Uninteressierte) ‘Ulaub’ zurückkomme, all dass in einem schwarz-weißen Monsterblog niederpeitschen werde, was schon seit Wochen meinen Kopf aufzäumt. Und aus Liebe zum Ententraining (www.nichtlustig.de) hier ein wahllos ausgesuchtes Foto meiner besinnlich-besoffenen Weihnachtszeit.
Coverversionen von Rockpopklassikern mit Beta Test...Wir probieren uns aus, meine Damen und Herren!
In letzter Zeit haben sich wieder einige Dinge ereignet, über die es sich lohnen würde, lange und ausführlich Texte zu verfassen. Ich denke mir dann immer gleich: Alter, dass ist was für den Blog! – Und freue mich meines Lebens. Nun ist es ja aber auch so, dass man immer darüber nachdenken sollte, wie viel und vor allem was man genau, für jeden ersichtlich, von sich preisgibt. Dies kann schnell zu einer brisanten Gradwanderung avancieren, in der man über sich hinauswächst – im negativen Sinne.
Einerseits entertainst du, schreibst dir die zerfahrenen Gedanken aus der Kackbirne und lässt einen gewissen Rezipientenkreis daran teilhaben, hauptsächlich nähere Bekannte. Gerade weil alles so real und frei von der Leber weg geschrieben wird, was auch wirklich (!?!) passiert ist, kann aber auch ein anderer Kreis in diese (Halbprivats-)Sphäre eintreten. Wie schnell es in unserer (Zeigefinger hoch!) gefährlichen Studi/Schüler/MeinVZ-Facebook-Myspace-ich-zeig-jetzt-jedem-wer-ich-bin-Web2.0-Welt gehen kann: Nicht nur gut gesinnte Leute nutzen die Masse und Flut an Quellen aus, um dir bis in die kleinsten Kammern deines Herzmuskels zu schauen. Das macht mir manchmal wirklich Angst, auch weil ich, wenn ich eine Person suche oder finden muss (warum auch immer), als erstes an die Internet-Verzeichnisse denke. Letztens hat mich sogar eine Person aus Berlin angeschrieben, die ich eines Abends dort in einem Club kennen gelernt hatte. Ich erzählte ihr meinen Vornamen, wo ich wohne, was ich studiere und ZACK: Da war die Mail im Briefkasten. Oft ist dies eine Chance für Menschen, grenzenlos miteinander zu kommunizieren. Aber manchmal finde ich diese ganze Sache doch auch ziemlich angsteinflößend. Die ganzen Fotos, Merkmale, Texte, welche man schreibt und die möglicherweise für immer aus deinem Kopf heraus in dieser Plastik-Welt bleiben werden. Obwohl, Plastik ist falsch, denn diese Informationen sind ja nichts habiles, man kann sie nicht greifen, nur aufnehmen, speichern und wiederverwenden. Mein soziales Leben digital und für jeden sichtbar: In der realen Welt wären uns womöglich viele dieser Dinge peinlich, die wir im Netz ohne Scheu verbreiten. Oder ist das Netz schon fester Bestandteil unserer realen Welt? Denkt mal drüber nach und lasst mir ne Antwort zukommen.
Doch was soll am Ende des Tages der Käse, ich persönlich bin exhibitionistisch, rampensauig, mittelpunktsgeil, extrovertiert, esoterisch angehaucht, liebe die Menschen und will mich, wie auch immer, in ihren Dienst stellen, um ihnen von all den Gefühlen, dem Glück und den Erfahrungen, die mir in meinem noch jungen Leben zuteil geworden sind, etwas mitzugeben. Ich erkenne mich größtenteils selbst und reflektiere im ungesunden Maße: Die Klischeedefinition besagt, dass diese Eigenschaften einen Künstler beschreiben. Ich sage aber: Fickt das Klischee und fickt Defnitionen. Baut auf, was euch gut tut und erlebt eure Welt mit allen Sinnen und Emotionen. Geht raus und schaut euch mal richtig eure Umgebung an, Fotos sind second hand. Kostet die ruhigen Momente aus wenn die Wochen wieder vorbei fliegen.
Heute ist, ein schöner, sonniger, dritter Adventssonntag. Zum ersten mal hat es über Nacht richtig gefroren. Ich werde jetzt den dunklen Arbeitsplatz verlassen und rausgehen, irgendwohin, es wird schon früh genug dunkel. Und wenn der Winter wieder vollkommene Tage der Finsternis vorbei schickt um eure Depressionen zu füttern, schaltet den Verstand ein in der sonnigen Welt der Kommunikation. Ihr wisst nie, welcher Virus euch die nächste Erkältung bringen kann.
Im Zuge des letzten Wochenendes begab es sich, dass ich einmal wieder mit den Jungs in einem feuchtfröhlichen Hopfen-Malz-Gelager die Synapsen vorglühen ließ. Wir ritualisieren das mittlerweile ohne großes Tamtam: Wann gehts los, wo, wer, super. Der Zweck ist dabei einzig und allein die Steigerung unserer alkoholisierten Konkurrenzfähigkeit für das örtliche Discotheken-tatütata. Zu Deutsch: Wir mussten uns ordentlich einen auf die Lampe gießen, da der Rest des Abends sonst nicht ganz zu ertragen gewesen wäre – Ein Hoch auf die gnadenlose Auswahlmöglichkeiten der ländlichen Gefilde.
Wie dem auch sei, wir saßen gemeinsam auf der Couch und nebenher lief der Fernseher. Gegen 22 Uhr startete dann der Samstagabendfilm “Blade”, der Vampirjäger Teil Uno. Wesley Snipes ist der Shit, gerade weil er so…na ja, der entspricht eben dem Stereotypen des Hollywood-esken Action-Stars und das fetzt irgendwie, wenn man eine joghurettenhafte Lust auf leichtes verspürt, so wie wir in dem Moment.
Als die Jungs gerade so diskutierten und in ihren Erinnerungen an Marvel-Comic-Verfilmungen schwelgten, betrat der Schurke der Stunde, “Deacon Frost”, die Bildfläche, um Blade gepflegt in den Arsch zu treten.
Stellt euch jetzt mal so eine filmische Flashback-Szene vor, in dem sich alles dreht in einer rot-weißen Spirale, der Meister der Gedanken mittendrin und auf einmal: ZACK! Exakt 28 Monate früher.
Willkommen in Chelsea, Manhattan, New York, USA. Partyzipierender Personenkreis: Das “Teilzeit-Model”, Tom Lufer King und meine fürstliche Schwachsinnigkeit.
Wir waren Ende Juli des Jahres 2007 auf eine Ostküstenreise in den Staaten unterwegs, die ersten Tage flogen Tom und ich bereits vor, folgen sollten uns im Weiteren Celina und Sven. Durch einen Freund hatten wir den Kontakt zu einem äußerst freundlichem Mädel, welches ehemals aus dem Kreise unserer gemeinsamen Heimatstadt kam, mittlerweile in NYC studierte und, wie sie quasi nebenher meinte, “just some lil modelling-jobs” machte. Sie wohnte mit einer, sagen wir mal “Arbeitskollegin” aus Dänemark in einer WG zusammen in Queens. Es war eine sehr pragmatische Wohnung, wie man sich vorstellen kann; es gab wenig zu essen, dafür aber sehr viele Vitaminpräparate und töpfeweise Pillen. Das ich das bei den Ernährungsmöglichkeiten der Amis sogar ansatzweise verstehen kann, wird eventuell mal zu einem späteren Zeitpunkt genauer ausgeführt. Dies soll nur der kurzen vorurteilsbehafteten Bestätigung und bildhaften Orientierungen dienen, Hölle, ja.
Jedenfalls waren Tom und ich schon einen Tag früher im großen Apfel und das Mädel fragte uns,ob wir nicht mal das Nachtleben Manhattans checken wollten. Was für eine Frage – Wir haben nicht ansatzweise genug Geld, um in solchen Clubs auch nur “beschwipst” zu sein, sehen für New-Yorker-Stylo-Spezis aus wie die Rübenbauern in den Flitterwochen und besaßen ein dementsprechendes Ego beginnend vom Strand bis hin zur Düne. Ein Beispiel: Ich hatte nur Sneaker mit. Ziemlich cool, wie ich finde, nur EINdeutig “underdressed” in den hohen Gefilden der High Society der Jungen Reichen und Schönen. Leider konnten wir also nur Ersteres dazu beitragen, geht man mal davon aus, dass Schönheit in Städten wie New York nicht von Innen kommt.
Jedenfalls hat sie es irgendwie geschafft, durch eine gute Bekanntschaft zum Türsteher, uns in diesen einen Club zu bekommen. Ich habe leider komplett vergessen wie der heißt. Wir kamen nur auf die roten Teppichstufen gen Eingang mit dem Hinweis, Kanye West hätte hier gestern eine Privat-Fiesta veranstaltet. Oohhkay. Nachdem ich feststellte, dass ein Bier 18 $ kostete, traute ich mich nicht mehr, nach Mixgetränke zu fragen. Wir rannten also rum. Wir gingen einmal quer durch den Club, Kontrollgang, versteht sich, vorbei an sündhaft-teuren Marmor-Toiletten, vorbei am Backst… Backstage-Eingang, warum quatscht unsere Begleiterin jetzt mit dem Türsteher? Aha, sie kennt den?! Ähm, oohhkay!?
Bevor wir uns versahen, waren wir drin und tanzten auf einer erhöhten Ebene über den Köpfen des gemeinen Pöbels. Wer war jetzt hier der Bauer, ihr Opfer? IHR, Opfer! Man träumt schon in wenig von Ruhm in solchen Momenten, umkreist von der kompletten minderjährige Supermodelnachwuchsriege um irgendwelche Esprit-, Calvin Klein- und Abercrombie & Fitch-Kampagnen. Was zum Fick, man vergaß sich irgendwie selbst und fühlte sich, dass muss ich andererseits auch ehrlich zugestehen, nicht gerade viel Wert, mit seinem Durchschnittsklamotten, seiner Durschnittsfrisur undseinem Durchschnittsleben. Ein wesentlicher Unterschied war wohl auch, dass wir nicht auf harten Drogen waren, denn die Küken dort feierten als gäbe es kein Morgen mehr und ich hörte einigen verrückten Insidergossip über Menage-a-trois-willige “Sex and the City”-Schauspieler auf selbstgemixten Amphetamin-LSD-und-weiteres-suizidales-Gedönse-Cocktails. Zurück zum Thema:
Wir tanzten uns durch den Backstage-Bereich, bis unsere Bekannte uns anhielt und ein leeres Glas in die Hand drückte. An einem Tisch, umringt von wahllosen Menschen, saß ein blonder Mann, der folgendem ähnelte.
Ich kannte diesen Mann, im Gegensatz zu allen anderen, nicht. Das Mädel erklärte mir, dass wäre Stephen Dorff, der “fuckin Supervillain from Blade, u know?” (im Übrigen ist sie auch Deutsche, es war witzig zu sehen, dass sie Schwierigkeiten dabei hatte, diese Sprache auch bei Landsmännern zu benutzen). Äh, “klar do i know”, antwortete ich und hatte natürlich im selben Moment nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung, wer dieser Typ ist. Ich hatte den Film ewig nicht mehr gesehen. Jedenfalls stellte dieser wohlgelaunte Mann 10 Wodkaflaschen im Wert von jeweils 300 $ pro Stück auf Tisch, eben mal so. Für alle seine Geburtstagspartygäste, quasi. In diesem Moment genossen wir also mittlerweile offiziell den Status “Geburtstagsgast eines Hollywood-Schauspielers”. Nett! Ich drehte mich zu Tom und sagte: “Alter, wir hatten auch schon mal beschissenere Tage”, und er ließ sich sein Glas wieder nachfüllen, um es direkt mir zu geben, da er ja keinen Alkohol trinkt. Ostdeutschland war definitiv im Haus, wir nahmen in geringster Zeit soviel mit, wie wir umsonst bekommen konnten.
Ein jeder durfte dann auch mit seinem gefülltem Glas zu Stephen Dorff gehen, anstoßen, ihm (bitte möglichst schnell) gratulieren und sich dann weiter auf seine Kosten besaufen. Was für ein Schauspiel, eine unfassbar surreale Show – die allerdings sehr geil zu ertragen ist, ist der Bauch angereichert mit so teuren Extrakten. Der Wodka schmeckte eigentlich nicht großartig anders als der Rammsch, den wir sonst von Zuhause und aus den Dorf-Bushaltestellen unserer Jugendtage gewohnt sind. Aber das Bewusstsein darüber, wie teuer dieser Statansspeichel wirklich war, beflügelte die Fantasie. Sind wir nicht alle Huren des Geldes? Es ist schlimm, ganz schlimm, sag ich.
Irgendwann kamen noch mehr verrückte Bekannte und Weedcarrier vom Weedcarrier des Weedcarrieres in den Backstagebereich, sodass die hochgebildeten Türsteher sich mit einem “Get the fuck out of here” Darwins Evolutionstheorie bedienten und eine natürlich Selektion an uns vornahmen. Das Recht des Stärkeren ist wahrlich scheiße. Steht man dann allerdings auf der Tanzfläche, dreht sich um und Boris Becker tanzt eng mit seiner neuen Freundin genau neben dir und grinst dich an, hast du irgendwann im Verlaufe deines Lebens, die ein oder andere richtige Kurve genommen. Und wenn du dann noch George Clinton von den Parliament Funkedlic die Hand schüttelst, ihn wie ein ausgewählter (und immernoch betrunkener) Laudator zu seinem Lebenswerk gratulieren möchtest und dann merkst, dass kein Speicherplatz mehr auf dem negalneuen, frisch erschienenem IPhone des Teilzeit-Models vorhanden ist, um weder das Bild zu speichern noch verschicken zu können, denkst du dir, dass manche Momente im Leben einfach nur Schicksal sind. Es sollte keine Dokumente darüber geben, was wir Kleinstadtcowboys an diesem Abend in der großen, weiten Welt erlebt haben. Der Sinn war, diese Momente einzig und allein zu erleben, um selbst an ihnen zu wachsen und sie in deinen eigenen Weg und deine Zukunft zu flechten. Dieser Abend gehörte einzig und allein uns und er bleibt so exklusiv in meinem Gedächtnis, wie er selbst geschah – mit all seinen erhabenen und skurealen Momenten, die mich in der Zeit darauf viel zum Nachdenken angeregt haben.
Letzte Woche Mittwoch hat unser Lieblings-Sven Geburtstag gefeiert. Endlich darf er nun all das machen, was er schon seit Jahren darf – spätestens ab dem 21. Lebensjahr verlieren Geburtstage einfach irgendwie ihren Reiz – obwohl es immer wieder eine schön Motivation ist, sich mit den Leuten zu sammeln und ordentlich auf den Putz zu hauen. Gesagt, getan.
Eric, Tom und ich uns also nach allen universitären und arbeitstechnischen Verpflichtungen ins Auto gesetzt und inmitten des Nachmittages nach Berlin gedonnert. Es mutet fast schon filmreif an, dass es natürlich genau an diesem Tag das erste Mal in diesem Jahr schneien sollte, sodass wir allein für die ersten 40 km über eine Stunde brauchten. Road Trip. In diesem Momenten möchte das Essen genau wieder dahin zurück, wos hergekommen ist: Aus dem Mund.
Hinzu kommt außerdem erschwerend der Umstand, dass wir alle ordentlich am rumkränkeln waren (Funfrage des Jahres, wofür ich jeden umbringen möchte: “Schweinegrippe?” – Haha… ja, ne. NEIN!)
Angekommen an der neuen Wohnung, holten wir uns alle erstmal ein schickes und festliches Dönerdinner und russiche Destillate für besondere Feierlichkeiten. Nachdem wir uns alle über Tomasz’ bevorstehendes “Abenteuer Vaterfigur” für ihn mitfreuten und uns nach dem Essen die Murmeln kraulten, kam der Schnaps auf den Tisch. Ab diesem Zeitpunkt gings steil bergauf mit der Stimmung. Wer aber hoch fliegt, kann auch tief fallen: Gut, dass Sven vergessen hat, die SD-Karte in die Cam zu packen, so sind am gesamten Abend nur 5 Fotos dokumentarisch enstanden, welche mehr Aufschluss über die Ereignisse geben konnten. Eines davon ist folgendes.
Shock the world v.l.n.r.: Braue, Tolle, Grinsekatze, Fleischmütze und der T... om.
Doch wer hat es geschossen? Nach diesem Foto war auch dann plötzlich irgendwie der Abend vorbei, bis man überrascht auf Svens Wohnzimmerfußbodens aufwachte und verstörende SMS auf seinem Handy von schlaflosen Zimmernachbarn fand. Hatten wir Nachts noch gegessen? Eric sagt ja, Tom und ich sagen Nein; Sven weiß es nicht mehr. Wie zur Hölle sind wir hier hergekommen?! Sven meint mit dem Taxi. Ohweia. Die Raststätte “Stolper Heide” konnte uns dann auch noch die Antwort auf ersteres Mysterium liefern: Nach dem Business-Kotz-Revival (man sollte es zumindest bis hinters Ortseingangsschild schaffen, wenn einem schlecht ist, wer in Berlin kotzt, ist respektlos und weak) fuhren wir dann gluckelisch und, mit einer ausgereiften Erkältung krank nach Hause. Wir sind so verantwortungsbewusst und erwachsen, ehrlich. Und wisst ihr was? Als ich so in der Heide durch den restlichen Schneematsch stolperte, sah ich die Antwort auf unsere Fragen: Wir hatten doch Döner zum Früstück. Es hat sich mal wieder vollstens gelohnt. Bis zum nächsten Mal, ihr verrückten Hühner.
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